• Ein Künsterleben
  • MAGNUS
  • in Keitum auf Sylt
  • WEIDEMANN

Brandung vorm Roten Kliff, 1962

Abendhimmel am Watt, 1942

Diese Website ist Magnus Weidemann (1880 - 1967) gewidmet, weil seine Werke und Gedanken nicht nur unseren Sinn für Schönheit ansprechen, sondern auch ein Stück Zeitgeschichte erschließen helfen.

- Martin Weidemann -

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  • Private Fotos aus seinem Leben:
    Familie, Freunde ...
    Das Weidemannhaus

    Übersicht seiner Arbeiten

    Dieses Werksarchiv (Gemälde, Aquarelle, Skizzen, Fotos) ist in Arbeit und wird kontinuierlich ergänzt.

  • Motiv-Schau: Gemälde, Aquarelle, Fotos

    Gedanken über seine Arbeiten

    Hier sollen z.B. Freunde und Zeitgenossen zu Wort kommen, die über Magnus Weidemann geschrieben haben.

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    Meine Lieblinge ...

    Aus der Vielzahl der Arbeiten meines Großonkels habe ich jeweils eine Auswahl Gemälde, Aquarelle und Fotos zusammengestellt.

Der Nachlaß, umfassend zahlreiche Manuskripte, Briefwechsel, Fotos, Bildverzeichnisse und Reproduktionen, wird seit 1975 betreut im Weidemann-Archiv, Friedensallee 27, 22765 Hamburg. Auskünfte über den Verbleib von Originalwerken, vor allem aus frühen Jahren, werden dort gern entgegengenommen, um das Werksverzeichnis zu vervollständigen.

"Magnus Weidemann, Sylter Landschaftsbilder"

- Auszüge aus dem Buch von Martin Weidemann -

Der frühe Drang zur Kunst

Magnus Weidemann, geboren am 17. Dezember 1880 in Hamburg, spürte schon in der Jugend einen starken Drang zum Malen. Sein Lehrer, Prof. R. Linde, mit Lichtwark befreundet, führte ihn in die Kunsthalle ein, wo er als Schüler fast jeden Sonntag verbrachte.

C. D. Friedrich, Runge, Feuerbach, Segantini, Klinger, Böcklin, Valentin Ruths und vor allem Eugen Bracht übten großen Einfluss auf ihn aus, ebenso die ersten Impressionisten.

Seine Frühwerke - ab 1898 hauptsächlich kleine Aquarelle - zeigen schon das Charakteristikum seiner Kunst, das auch später immer wieder bestimmend blieb: besondere Einfühlung in naturgegebene, oft zarte oder herbe Schönheit.

Einer künstlerischen Ausbildung standen die bürgerlichen Maßstäbe seiner Zeit entgegen. So studierte er zunächst Theologie in Kiel, Tübingen und Greifswald, wo er Hiddensee und Rügen kennen lernte, und verbrachte längere Zeit malend in Glücksburg, wohin seine Eltern übergesiedelt waren. Als junger Pastor kommt er dann für ein Jahr nach Amrum, in die für ihn neue Nordseelandschaft. Die ersten größeren Ölgemälde von Dünen und Meer entstehen, neben Zeichnungen und z.B. Postkarten.

Vom Pfarrer zum Künstler

Als Pfarrer ist er dann - mit Unterbrechungen durch den 1. Weltkrieg, in dem er als Sanitäter in Frankreich diente, - in dem kleinen Moordorf Kiebitzreihe bei Elmshorn tätig. Ab 1916 wird das Pfarrhaus zum Atelier: Die Moor- und Heidelandschaft der Umgebung, aber auch die freie Menschengestalt werden der Gegenstand seines Malens und Photographierens.

  • Fotos aus dieser Zeit
  • Zeichnungen

Ein Jahr nach dem Kriege gibt er auf eigenen Wunsch den Pfarrerberuf auf, um sich ganz dem künstlerischen Schaffen zuzuwenden.

Meister der Photographie

Schon wenige Monate später wurde er im ganzen deutschen Sprachraum bekannt: Im Dresdner Verlag der "Schönheit", der seit 1902 eine Kunstzeitschrift publizierte, erschien ein Heft, das fast ganz Magnus Weidemann gewidmet war und ihn als Maler, Photograph und Schriftsteller einer breiteren Öffentlichkeit vorstellte. Es war dabei ins besondere die Aktphotographie, die großen Anklang fand, so dass bereits im folgenden Jahr 1921 eine Sonderveröffentlichung als "Kunstgabe 4 der Schönheit, Magnus Weidemann" folgte.

Obwohl er hauptsächlich als Maler tätig war, widmete sich Weidemann - durch die verstärkte Nachfrage und unter der Notwendigkeit des wirtschaftlichen Überlebens in der schweren Nachkriegs- und Inflationszeit - vermehrt der Photographie und sogar fachlichen Publikationen, wie im "Hamburger Photofreund".

Als Verleger an ihn herantreten, kann er im Jahr 1923 seine Idee einer neuen Zeitschrift, die Kreise der Reform- und Jugendbewegung ansprechen sollte, verwirklichen: Er gründet die "Freude", eine "Monatszeitschrift für deutsche Innerlichkeit". Die Phase seiner Betätigung in der Aktphotographie erreichte ihren Höhepunkt im Erscheinen der Bände "Körper und Tanz" (1925), "Wege zur Freude" (1926) und "Deutsches Baden" (1926).

Nachdem er mit der "Freude" und diesen Bänden eine idealistische Grundlage der späteren Freikörperkultur-Bewegung gelegt hatte, begleitet er die FKK-Bewegung dann bis in sein hohes Alter bejahend, aber oft auch in kritischer Stellungnahme.

Pionier des freien Lebensgefühls

1919 wird Weidemann durch die Bekanntschaft mit einem seiner Modelle, der späteren Tanzgymnastiklehrerin Molli Mollenhauer - die er 1920 heiratet -, in den Bann der Jugendbewegung gezogen, an deren Jahrestagungen er im Kronacher Bund verschiedentlich aktiv teilnimmt. Schon früher hatte er, beeinflusst durch Ferdinand Avenarius' "Kunstwart" und den Jugendstil, lebensreformerische Bestrebungen bejaht und unterstützt. Jetzt offenbart sich ihm die Schönheit der unverhüllten Menschengestalt, die für Jahre im Mittelpunkt seiner Kunst steht. Meer, Waldseen, Birken und Hochgebirge bilden den Hintergrund in der Malerei und Photographie jener Jahre.

Die Übernahme seiner gesamten Gemälde durch einen Kopenhagener Mäzen hatte Weidemann 1920 in die Lage versetzt, sich nach dem Ausscheiden aus dem Pfarrdienst ein kleines Haus nach eigenem Entwurf im benachbarten Siethwende zu bauen. Der "Sonnenhof" erhielt ein hohes Atelier und einen abgeschirmten Garten, auf dessen Anlage Weidemann besondere Mühe verwendete. Hierbei kamen ihm gründliche botanische Kenntnisse - er kannte fast 78 alle Pflanzen mit lateinischem Namen - und sein Verbindungen zur Potsdamer Gartenkunst zustatten. In dem einzigartigen Blumen- und Staudenmeer entstanden in den folgenden Jahren viele schöne Aktaufnahmen.

Die Jugendbewegung vermittelt ihm auch viele Einladungen, die zu Reisen u. a. in den Harz, an die Weser, nach Sachsen, Schlesien und in die Schweiz führen.

Jugendstil und Symbolismus drücken sich in den zahlreichen Exlibris und Radierungen dieser Zeit aus. Der Einfluss von Fidus, mit dem ihn bald eine bis zu dessen Tode 1946 währende Freundschaft verbindet, ist in der grafischen Gestaltung unverkennbar. Mannigfacher Briefwechsel zeugt von der Aufbruchstimmung der frühen zwanziger Jahre.

Der Sonnenhof war bis 1925 sowohl Sitz des Verlages und der Schriftleitung der „Freunde“ als auch Treffpunkt vieler Angehöriger der Jugendbewegung, insbesondere des „Geestländer Tanzkreises“, dem seine Frau angehörte. In der Siethwender Zeit begann Weidemann ferner, im Auftrag Prof. Lehmanns für das Altonaer Museum Landschaftsdokumentarische Großgemälde anzufertigen.

Maler der Insel Sylt

Seit 1921 verbrachte Weidemann jeden Sommer eine Zeit in Klappholttal auf Sylt, wo unter Leitung von Dr. Knud Ahlborn und Ferdinand Goebel das Freideutsche Lager aufblühte. Hier fühlte er sich sofort heimisch, und so verwundert es nicht, dass er zugreift, als sich ihm die Gelegenheit bietet, ein altes Friesenhaus in Keitum von Goebel zu übernehmen.

Nach einer Winter-Sturmfahrt über Helgoland kann er am 1. Januar 1926 seinen neuen Wohnsitz beziehen, der ihm Heimstatt bis zu seinem Lebensende am 9. Oktober 1967 werden sollte. In den ersten Jahren erwanderte er sich fast täglich die Insel, um die neue Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten zu erfassen. Immer ist er bereit, auch unerwartete Stimmungen und Eindrücke auf Skizzen festzuhalten und im Atelier zu malen. Winter- und Nebellandschaften, Sturmfluten oder Statizenwiesen - etwa die damals noch nicht eingedeichte Nössehalbinsel - sind dabei Lieblingsmotive. Schon frühzeitig beobachtet er voller Sorge die fortschreitende Zerstörung der Urlandschaft durch Bahn, Deich, Flugplatz, Straßen und Bauten. Die "verlorene Landschaft" hält er bewusst im Bilde fest. Sein 1939 erschienenes Hauptwerk "Unsere Nordische Landschaft" gibt davon Zeugnis. Unermüdlich tritt er darüber hinaus für den Natur- und Inselschutz ein, was 1955 in der Ehrenmitgliedschaft des "Vereins Naturschutz Insel Sylt" Anerkennung findet.

Auf Wunsch des Sylter Archivs in Westerland fertigt er 1952 unfarbige Tuschezeichnungen seiner Sylt-Motive an, von denen im vorliegenden Band einige reproduziert sind. Die kleinen farbigen Aquarellskizzen, mit denen er die charakteristischen Eindrücke der Sylter Landschaft festhält, sollten ihm als Vorlage für die Ausarbeitung in größeren Aquarellen und in Ölgemälden dienen. Auf Pappen aufgeklebt und in Mappen sortiert, erfreuten sie sich dann zunehmend der Beliebtheit der Besucher und Feriengäste seines Hauses. So findet schließlich seine Sehweise in Form dieser kleinformatigen Erinnerungsbilder eine größere Verbreitung als mit den Ölbildern.

Fotoaufnahmen aus dieser Zeit ...

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Seine Bilder aus dieser Zeit ...

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Sein Leben in Zahlen.

1880
Am 17. Dezember in Hamburg geboren
1901
Studium der Theologie
1908
Als Pfarrer auf Amrum, in Blankenese und Kiebitzreihe bei Elmshorn, nebenbei beschäftigte er sich autodidaktisch mit Malerei, schrieb und fotografierte, vorwiegend Akte, Bekanntschaft mit Ahlborn und Goebel
1919
Aufgabe seines Pfarrberufes
1921
Reise nach Sylt, fortan regelmässig auf Sylt, Mitbegründer der Freikörperkulturbewegung
1923
Redakteur der Zeitschrift "Freude", in der er eigene Fotos und Gedichte publizierte
1926
Erwerb des Hauses von Goebel in Keitum/Sylt, Freundschaft mit dem Kieler Maler Blunck
1932
Reise nach Schweden
1940-1942
Reise nach Bayern, Berlin und Ostpreußen
1967
Am 9. Oktober in Keitum/Sylt gestorben

Portrait-Aufnahmen: Magnus Weidemann

Private Aufnahmen aus dem Leben von Magnus Weidemann

Aufnahmen vom und im Weidemannhaus

Literaturverzeichnis

TitelVerlag
Bücher von Magnus Weidemann
01.jpgReform der Frauenkleidung als sittliche PflichtLipsius & Tischer, 1903
99.pngKörper und TanzGreifen-Verlag, Rudolstadt, 1925
03.jpgDeutsches BadenLaurer Verlag, Egestorf bei Hamburg, 1926
04.jpgWege zur FreudeLaurer Verlag, Egestorf bei Hamburg, 1926
05.jpgGott ist die Freude: GedichteVerlag Dikreiter, Hannover, 1928
06.jpgUnsere Nordische LandschaftVerlag C.F. Müller, Karlsruhe, 1939
07.jpgWege und Ziel: GedichteDer Karlsruher Bote, Nachdruck, 1955
08.jpgSchönheit und Freude, AktphotographieVerlag Schmidt & Klaunig, 1986
Artikel und Aufsätze von Magnus Weidemann
99.pngLichtbild und Kunstim „Hamburger Photofreund“: Heft 1,1920, S. 2-4
99.pngLichtebenda: Heft 3,1920, S. 4-5
99.pngAktphotographieebenda: Heft 5,1920, S. 1-4
99.pngPerspektiveebenda: Heft 2, 1921,S. 1-3
99.pngPhotographie im Innenraumebenda: Heft 3, 1921,S. 1-5
99.pngBesondere Schwierigkeiten in der Aktphotographieebenda: Heft 9, 1921,S. 103-106
99.pngVon der Schönheitebenda: Heft 15, 1921,S. 201-203
99.pngDie Körperfarbein „Die Schönheit“, Band 19, Heft 3, 1923, S. 128-138
99.pngDer innere Wert des Aktlichtbildesin „Mit Kamera und Pallette“, Verlag der Schönheit, Giesecke, Dresden, 1927
99.pngWarum und wozu Aktphotographie„Photofreund“, Hamburg, Dez. 1949
99.pngVerlorene Landschaft„Zwischen Eider und Wiedau“, Heimatkalender Nordfriesland 1958
99.pngDas Einzigartige auf der Insel SyltNordfriesland 56, Band 14, Heft 4, Dezember 1980
99.pngSchönheit und Freude, Magnus Weidemann als AktphotographAutor: Jürgen Wulf, Verlag Schmidt & Klaunig, Kiel, 1986
99.pngEx Libris, Magnus WeidemannAutor: Manfred Wedemeyer, Verlag Claus Wittal, Wiesbaden, 1990
Biografien
99.pngMein Leben: Erkenntnis und GestaltungSelbstbiografie, Schreibmaschinen-Manuskript, 308 S., Keitum/Sylt, 1958
99.pngMagnus Weidemann, 1880-1967Jürgen Wulf, Schleswiger Druck- und Verlagshaus, 1980
99.pngMagnus Weidemann - Leben und WerkVolker Weidemann, Nordfriesland 56, Band 14, Heft 4, Dezember 1980

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Liste seiner Werke (in Arbeit) Stand: November 2015

Seine Ausstellungen.

1901
Kiel
1918
Kopenhagen
1922
Flensburg, Rendsburg, Elmshorn, Chemnitz
1923
Flensburg, Kiel, Kassel
1924
Leipzig
1925
Elmshorn
1929
Trebnitz
1930
Schleswig
1931
Altona
1933
Heide
1934
Schleswig
1941
Flensburg, Husum, Niebüll, Altona
1942
Berlin
1947
Herford
1950
Husum
1951
Niebüll
Gedächnisaustellungen
1969
Landesbibliothek, Kiel
1977
Keitum/Sylt
1977
Klappholttal/Sylt

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Wahl:

Landschaft
  • Landschaft
  • Freikörperkultur
  • xxxxxxx

Ein Werkbericht von Hermann Reimnitz, 1950

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Meine Lieblings-Aquarelle ...

Meine Lieblings-Vintages ...

Seine Werke in norddeutschen Museen

Etliche seiner Werke werden in diesen Museen gezeigt:

Eine Übersicht der Werke dort ist auf dem Portal der norddeutschen Museen gelistet:

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Tel:     040 / 39 90 08 10
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